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Mai 2022 – Gesunder Mund trotz Rau­chen?

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, ist hinlänglich bekannt. Die konkreten Auswirkungen für Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhaut kennen jedoch nur wenige Menschen – auch, wenn auf Zigarettenschachteln schon seit Jahren ein Warnhinweis vorhanden ist.

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Zu diesem Anlass geben wir einen Überblick über die möglichen Folgen des Rauchens für die Mundgesundheit. Außerdem erhalten Raucher Tipps für ihre Mundhygiene.

Zahnfleischentzündungen und Parodontitis

Bei Rauchern entstehen Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) wesentlich leichter. Weiterhin ist der Verlauf der chronischen Parodontitis bei Rauchern meist schwerer und die Behandlung problematischer. Die Folgen einer fortgeschrittenen Parodontitis: Die Erkrankung schädigt den Kieferknochen und führt unbehandelt zu Zahnverlust. Nicht zu vergessen sind außerdem die Zusammenhänge zwischen der Parodontitis und Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes und Rheumatoider Arthritis. Einige wissenschaftliche Studien geben zudem Anlass zu der Annahme, dass die Parodontitis das Risiko einer Frühgeburt oder eines zu geringen Geburtsgewichtes erhöht.

Symptome von Rauchern oft nicht selbst bemerkt

Wichtig zu wissen: Symptome einer Parodontitis sind bei Rauchern in frühen Erkrankungsstadien oft weniger auffällig als bei Nichtrauchern: Zahnfleischbluten tritt seltener auf – dennoch sind oft bereits schleichende Entzündungs- und Schädigungsprozesse vorhanden!

Erhöhtes Risiko für Mundhöhlen- und Rachenkrebs

Auch das Risiko, an Mundhöhlen- und Rachenkrebs zu erkranken, ist bei Rauchern deutlich erhöht. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 10.000, in Österreich ca. 700 und in der Schweiz ca. 1000 Menschen an Tumoren in der Mundhöhle oder im Rachen. Etwa 95 Prozent davon sind Raucher. Tabakrauch enthält zahlreiche Substanzen, die krebserregend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Ein Rauchstopp könnte viele Fälle von Mundhöhlen-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs verhindern.

Weitere mögliche Folgen des Rauchens:

  • Zahnfleischrückgang, dadurch sehr lang wirkende Zähne und freiliegende, empfindliche Zahnhälse mit erhöhtem Kariesrisiko
  • Vermehrte Zahnsteinbildung und damit ein nochmal erhöhtes Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches
  • Langsamere Wundheilung im Mund, weil die Tabakinhaltstoffe die körpereigene Immunabwehr schwächen und die Durchblutung der Mundschleimhaut verringern.
  • Die langsamere Wundheilung kann auch zu einer verzögerten Einheilung von Zahnimplantaten führen. Der langfristige Erfolg einer Implantatbehandlung ist gefährdet.
  • Dunkle Verfärbungen der Zähne
  • Verminderter Geruchs- und Geschmackssinn

Tipps für Raucher:

  • Pflegen Sie Ihre Zähne sorgfältig mit zusätzlichen Hilfsmitteln wie Zahnseide und Interdentalbürstchen.
  • Achten Sie auf Symptome wie Zahnfleischbluten, -rötungen und eine höhere Empfindlichkeit des Zahnfleisches.
  • Nehmen Sie Ihre regelmäßigen Kontrolltermine in unserer Praxis wahr. Diese Kontrollen sind wichtig, um eventuelle erste Anzeichen von Erkrankungen zu erkennen und diese früh behandeln zu können. Wir nennen Ihnen gern die für Sie empfehlenswerten Zeitabstände für die Vorsorgetermine.
  • Noch besser: Hören Sie mit dem Rauchen auf.

Sie sind Raucher und möchten Ihren Mund untersuchen lassen? Vereinbaren Sie gerne einen Termin.

 

Zur nächsten News dieses Monats: Was passiert bei Zahnlücken?